Mai 2005: Carolin schreibt aus Malawi

Hallo Leute!

Wie geht es euch? In Malawi geht es ganz gut. Im Moment organisiere ich einen Informationstag über HIV/AIDS und Mutter-zu-Kind-Übertragung*) in Chikowa, in dem Krankenhaus, das ich letzte Woche besucht habe. Ich hoffe, dass ich es bis zum 12. schaffe, warte aber noch auf die Antwort der Supermarktkette, die ich um Nahrungsmittel gebeten habe. Ich bin etwas unsicher, weil mir jemand hier erzählt hat, dass die Supermärkte Steuern zahlen müssen auf Essen, das Sie weggeben, und es deshalb lieber wegschmeißen. Ich hoffe aber, dass es klappt. Ich besuche sowieso den Manager des Supermarktes morgen wieder. In letzter Zeit war er nicht da, was hier öfters passiert. Egal in welches Büro du auch gehst, du musst dreimal hin, weil jemand krank oder gerade unterwegs ist.

Am Samstag habe ich ein Treffen mit allen Ortsvorstehern aus den Dörfern in Kunthembwe, einem Teil des TCE Gebiets. Ich habe ziemliches Glück gehabt: ich bin nach Chikuli gefahren, das ist draußen auf dem Land, um noch mal den traditionellen Gerichtshof zu besuchen, um Informationen über die Dörfer zu bekommen, weil wir nicht wissen, wo die Dörfer liegen. Es existiert keine Landkarte und jeder Dorfname kommt ungefähr fünfmal vor. Aber unterwegs, als ich von der Endhaltestelle des Minibusses in Chikuli in den Busch lief, traf ich jemanden, der wusste, wo der „main headman“ wohnt, eine Art Kreisvorsteher. Auf dem Weg dorthin sprach ich mit ihm über TCE und was wir jetzt tun und über die Situation der Menschen in diesem Gebiet. Es war sehr interessant. So traf ich den Kreisvorsteher und der, den ich getroffen hatte, übersetzte für mich. Daraufhin wurde ich eingeladen, an einem Treffen aller Ortsvorsteher teilzunehmen, wo sie mir helfen werden, Informationen über die Dörfer zu bekommen und sie in TCE Felder*) einzuteilen!

Außerdem arbeite ich daran, Partnerschaften zustande zu bringen, was nicht so interessant ist, da ich im Büro sitze. Ich möchte viel lieber im Gebiet herumkommen. Letzten Montag hatten wir ein Treffen mit Frischwasserprojekt, einer NGO, der ich geschrieben hatte um herauszufinden, was sie in diesem Gebiet tun, und das war sehr gut, sie wollen mit uns zusammenarbeiten, sie haben Autos und eine große Halle, wo sie Mitarbeiter schulen, und sie kennen das Gebiet sehr gut.

Ich habe Kassawa gegessen, eine Art Wurzelgemüse, das sie hier in den ländlichen Gebieten sehr häufig essen, es schmeckt sehr gut, ein bisschen wie Nüsse. Wir DIs*) möchten demnächst in unserer Freizeit den Malawi-See besuchen, auch um uns von Nathalie aus Mauritius zu verabschieden – ich hoffe, dass es uns gelingt, das zu organisieren, es muss dort wunderschön sein!

Viele Grüße an Euch alle,
Carolin