Bäume für Namibia


Die Zeitschrift Natur+Kosmos hat das HUMANA/DAPP-Projekt gegen die Ausbreitung der Wüste in Namibia zur Aktion des Monats gekürt.
Auf diese Weise werden mehr als 100.000 Menschen in Deutsch-land das Projekt kennenlernen. Darüber freuen wir uns sehr. Zeitschrift bestellen: www.natur.de

Das Bild rechts zeigt einen Marulabaum. Um diese Art von Bäumen geht es bei dem Vor-haben, das an dem Projekt "Child Aid and Environment" von DAPP Namibia verwirklicht werden soll.


Das Jahr 2006 ist von den Vereinten Nationen zum Jahr der Wüste und gegen die Ausbreitung der Wüste erklärt worden, und Namibia ist eines der Länder, die von Verwüstung besonders stark betroffen sind. Nur ein Prozent des Landes ist landwirtschaftlich nutzbar, und durch die Konzentration der Bevölkerung auf diese Gebiete, durch unzureichende Vorsorge und die Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung hat die Umwelt erheblichen Schaden genommen.

DAPP Namibia ist der Auffassung, daß die Verwüstung nur durch umfangreiche und langfristige Beteiligung der Menschen vor Ort gestoppt werden kann. Ohne das Engagement der Dorfgemeinschaften greift jede Massnahme zur Verbesserung der Umwelt zu kurz.

Das übergeordnete Ziel des Kinderhilfe- und Umweltprojekts ist der Kampf gegen die Ausbreitung der Wüste und Verschlechterung der Umwelt in der Region Omusati. Dies Ziel wird insbesondere verfolgt durch: 1) Betrieb einer Baumschule, Auspflanzen von Bäumen und Wiederaufforstung 2) Schulung und Beteiligung der Bevölkerung, um den Verbrauch an Brennholz zu vermindern, bestehende Wälder zu pflegen, Brände zu verhüten und Bäume auf die richtige Weise zu pflanzen und großzuziehen.

DAPP Namibia ist seit 1990 tätig - seit der Unabhängigkeit Namibias. Noch im selben Jahr wurde das Aufforstungs- und Umweltprojekt gegründet, das inzwischen mit dem Kinderhilfeprojekt zu einer äußerst wirkungsvollen Einheit verschmolzen ist. Die Baumschule befindet sich am DAPP Center in Onambelela, 10 km vor der Stadt Outapi, an der Landstrasse von Oshakati nach Ruacana. Jährlich werden etwa 20.000 Bäume produziert und ausgepflanzt.


Jatropha eignet sich für Hecken - so wird weniger Holz für Zäune benötigt.

Bäume bedeuten frisches Obst und Brennholz, Schutz vor Sonne und Wind - und sie helfen, den Boden zu erhalten. Das Kinderhilfe- und Umweltprojekt hilft den Menschen, den Baumbestand zu verbessern und Alternativen zum Holzverbrauch zu finden. Immer wieder werden neue Schwerpunkte gesetzt. So wurde eine spezielle Kampagne für den Baum des Jahres 2005, Kirkia Acumanita, durchgeführt; eine andere Kampagne galt den Moringabäumen.


Arbeit in der Baumschule.

Jetzt steht ein weiteres Vorhaben an: 30.000 Marulabäume sollen gepflanzt werden. Noch fehlt es am Geld, aber sowohl DAPP Namibia als auch HUMANA People to People Deutschland bemühen sich um Spenden. Firmen, Organisationen, Einzelpersonen - jeder kann helfen!

Marulabäume versorgen die Dorfgemeinschaften auf Jahre hinaus mit Marulafrüchten, die für die Produktion von Marmelade, Gelee, Saft und Speiseöl verwendet werden. Sogar Kosmetika und alkoholische Getränke lassen sich daraus herstellen, so dass der Verkauf der Früchte den Dorfbewohnern eine Verdienstmöglichkeit bietet. Die Marulafrüchte sind eine der Obstsorten mit der höchsten Konzentration an Vitamin C.

Marulabäume gehören zu den traditionell bekannten und geschätzten Baumarten in der Region. So ist es Zeichen einer verzweifelten Notlage, wenn Dorfgemeinschaften Marulabäume fällen. Bis aus einem kleinen Schößling ein großer Baum wird, braucht es Zeit, und damit möglichst viele Schösslinge zu ausgewachsenen Bäumen werden, braucht es die richtige Pflege.

Deshalb setzt das Projekt auf die Schulung von 200 Freiwilligen in den Dörfern, die sich drei Jahre lang vierteljährlich treffen werden, sowie auf Besuche vor Ort. Ein zeitintensives Unterfangen, das aber die Tragfähigkeit - die Zukunftsfähigkeit - der Massnahme sichert. Alles eingerechnet, erfordert die Verwirklichung dieses Vorhabens 6,50 € pro Marulabaum.

Teil des Konzepts ist, dass die Bäume nicht "für umsonst" verteilt werden. Die Empfänger, die Menschen in den Dörfern, zahlen rund 25 cent pro Baum. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Bäume als Besitz verstanden werden, den es zu schützen gilt. Die tatsächlichen Kosten können die Menschen jedoch nicht aufbringen. (Hier kommen Sie ins Bild...)

In der Erwartung, dass sich Spender finden werden, hat die Projektleiterin Eufemia Shikongo im ersten Quartal 2005 schon die ersten Marulabäume auf einem Versuchsfeld setzen lassen - auch um Erfahrung zu sammeln hinsichtlich der Vermehrung mit Stecklingen statt mit Samen. Die 14 Mitarbeiter des Projekts stehen bereit, das Vorhaben umzusetzen; zusätzlich wird das Team ständig verstärkt durch 1-2 internationale Helfer, die für jeweils 6 Monate im Einsatz sind. Der Zeitrahmen für die Anzucht und das Aussetzen der 30.000 Marulabäume ist drei Jahre.


Schulklasse zu Besuch in der Baumschule. Es gibt viel zu lernen.