Angela schreibt aus Malawi

Kurzfassung ihrer email:
Zuerst möchte ich euch den Teil meines großartigen Teams vorstellen, welches mit mir in Malawi arbeitet und lebt. Wir sind vier:
Da ist Eric, mit dem ich die letzten 6 Monate verbracht habe, wir lebten, lernten und arbeiteten in derselben Schule in Dänemark. Er ist nun in der Vocational School und unterstützt dort die Schüler mit seinem Wissen und Fähigkeiten. Ich freu mich schon wieder, ihn zu treffen und genauestens zu erfahren, wie es in der Vocational School ist.
Ines ist mit einer anderen DI in einem der HOPE Projects. Dies ist für die Unterstützung von HIV/AIDS-Infizierten und zur Aufklärung im sozialen Bereich zuständig. Ines kommt ursprünglich aus Österreich und war 6 Monate in Juelsminde in der Schule und einem Care Home, wo sie viel mit Jugendlichen zusammen gearbeitet hat. In HOPE möchte sie hauptsächlich mit Jugendlichen zusammen arbeiten und Preschools unterstützen.
Mein Teammate ist Björn aus Schweden. Er ist wie ich im Farmers Club. Er lebt, arbeitet und kocht mit mir zusammen. Wir kommen super miteinander aus.
Okay und nun die vierte im Bund! ICH! Falls ihr vergessen habt, wer ich bin, weil ich schon so lang weg bin, mein Name ist Angela, aber alle nennen mich hier Angelina. Ich bin wie schon erwähnt im Farmers Club. Nun bin ich endlich in Malawi und hab die großartigste Zeit meines bisher doch Standardlebens.

Sonntag hatten wir frei und haben uns erstmal richtig ausgeschlafen.

Montag sind wir dann im Dorf und den nächst liegenden Städten uns alles anschauen gegangen und haben für uns wichtige Plätze besucht.

Dienstag morgen hatten wir unsere Sachen zu packen, um 12 Uhr waren wir bereit loszufahren. Im neuen Haus angekommen, wurde alles in die Garage verladen. Wir fingen an auszupacken und fanden Kakerlaken in allen Größen und Farben - widerlich! Nicht ungewöhnlich für hier, also gingen wir los um Insect Killer zu kaufen.

Am Mittwoch waren wir dann das erste Mal im "Field", also direkt mit den Extension Workers bei den Farmern. Aber erstmal kamen wir ganz nach dem afrikanischen Vorbild eine Stunde zu spät an. Erst hatten wir mit einem Mini Bus Probleme und dann beim zweiten warteten wir ca 1 Stunde, bis er voll war und endlich losgefahren ist. Als Mini Bus wird hier das bezeichnet, was bei uns als Familien Bus durchgeht. Ein kleiner Bus mit normaler Weise 9 Plätzen. In diesen Bus passen 22 Leute plus Babys, Ziegen und Hühnern rein und es macht nicht in welcher Breite manche dieser Menschen sind.
Wir besuchten mit Fabiano (einer der sechs Extension Workers) eine Pre School und waren bei einem Komitee meeting um über die jetzige Situation der Farmer zu sprechen und uns vorzustellen. Die Pre School war total simpel, doch auch wieder etwas ganz besonderes. Das Dorf hat sich selbst organisiert und plant selbst, wann wer auf die Kinder aufzupassen hat. Jeder ist einmal dran und es gibt dafür keinen Lohn.
Die Kinder sind dort im Alter von 3 bis 5 Jahren und bleiben dort bis zum Nachmittag, so dass die Eltern auf dem Feld arbeiten können. Im Moment sind dort 50 Kinder, die alle ein Spielzeug haben und eine Mahlzeit (Mzima und Bohnen) bekommen. Im Moment ist die Ernährung noch nicht wirklich optimal auf die Kinder eingestellt, aber das Dorf nutzt ein Gemeinschaftsfeld zum Anbau von Gemüse und Soya um die Ernährung der Kinder zu sichern. Natürlich gibt es dort auch viele Probleme mit denen ich mich in den nächsten sechs Monaten beschäftigen werde, aber der Anfang ist gemacht und wirklich sehr gut.

Donnerstag waren wir mit Elizabeth bei einem zweistündigen meeting in einem der entfernten Districts und hatten einen Anreiseweg von 3 Stunden. Das ist typisch für Afika. Wir führen erst 20 Minuten mit dem Mini Bus und liefen dann 1,5 Stunden um dann ein Bycicle Taxi (ein Mann fährt Fahrrad, du sitzt hinten drauf uns siehst dir die Landschaft an, wundervoll!) zu nehmen und bis zum Ziel zu fahren. Das Thema des meetings war wie schon am Mittwoch Business, Budgets, Problems… Doch es war komplett unterschiedlich, das meeting war in einer primery school während der Schulzeit unter einem Mango Baum. Als wir ankamen tanzten die Frauen erst einmal für uns und hießen uns auf diesem Weg willkommen. Ich habe noch nie vorher solch eine Freude erlebt und diese Dankbarkeit, dass wir da waren war unglaublich. Ich kann es nicht beschreiben, diese Farmer sind so dankbar für alles und auch stolz, dass es Spaß macht mit ihnen zusammen zu sein.
Auf dem dreistündigen Rückweg haben uns manche der Farmer noch begleitet und die Frau des Chiefs (Chef des Dorfes) hat mir gedankt, dass ich mich ihrer Kultur anpasse und nicht wie die andere DIs vorher mit Hosen rumlaufe. Die Kultur ist hier sehr groß, Frauen haben einen bestimmten Kleidungskodex den man beachten sollte, wenn man vor allem in der ländlichen Region unterwegs ist. Ich trage eigentlich nur noch Röcke, die mein Knie bedecken und Shirts, die Schultern und Bauch nicht zeigen. Über meinen „guten" Rock trage ich eines dieser afrikanischen Tücher die als Rock benutzt werden. Ich finde es okay, dass ich mich hier anpasse.

Freitag waren wir mit dem Verwalter unseres Farmers Club in Limbe und Umgebung unterwegs. Es war ein wirklich kurzer Tag, wir waren mal zur Abwechslung früh zu Hause und konnten unser Heim weiter einrichten und säubern. Wir besuchten das „Nationalmuseum". Wir hatten einen wirklich sehr relaxten und schönen Abend, haben nett bei Kerzenlicht (wir hatten mal wieder Stromausfall) Abend gegessen und mal wieder über Gott und die Welt diskutiert.

Das Wochenende haben wir DIs gemeinsam verbracht. Neue DIs und bekannte Gesichter, es war so toll zusammen zu sein und zu sehen, wie es allen erging. Wir sind insgesamt 6 Stunden gewandert. Zu einem Plateau in Zomba, drei Stunden und wieder zurück. Es war ein schöner Tag.

Montag und Dienstag verbrachten wir wieder in Zomba bei dem monthly meeting mit allen Projectleitern vom Farmers Club. Ich hab wirklich einen großartigen Part vom Farmers Club kennengelernt. Wir verbrachten den halben Montag im Office und hörten Präsentationen über Zomba und wie alles dort läuft und den anderen Teil sind wir Farmer besuchen gegangen und hatten ein meeting mit ihnen.

Am nächsten Morgen sind wir wieder zum Farmers Club Office und haben weiter über unser Projekt debattiert und Präsentationen gehört.
Im Allgemeinen war es ein gutes meeting, es war ein wenig lang und Magenprobleme machen es nicht wirklich einfacher, aber es war sehr informativ und ich hab einen guten Eindruck davon bekommen mit was ich das nächste halbe Jahr hier verbringen werde. Ich habe eine Präsentation mit Björn über unsere Ideen der Aufgabenbereiche gehalten und alle waren ziemlich beeindruckt… Ich denke das ist ein sehr gutes Zeichen.

Angela Berndt, 17.05.2007