Dez. 2008: Cholera-Ausbruch in Simbabwe
HUMANA People to People und DAPP Simbabwe starten Kampagne

Der Choleraausbruch in Simbabwe hat vor kurzer Zeit überall in der Welt für Schlagzeilen gesorgt und die Situation ist weiterhin ernst. Mehr als 1000 Menschen sind schon in den ersten Wochen an der bakteriellen Infektionskrankheit gestorben, bei der es zu starkem Durchfall und Erbrechen und im weiteren Verlauf zu der lebensbedrohlichen Austrocknung kommt. Die Menschen werden in „Cholerazeltlagern“ behandelt und täglich kommen noch immer neue Betroffene hinzu. Die Gefahr, so berichtet die UNO, dass sich weitere Menschen infizieren, sei noch nicht gebannt, gerade auch, weil nun die Regenzeit einsetze.

Die am stärksten betroffenen Gebiete sind im Moment unter anderem der Vorort Harares High Density und die beiden Städte Chegutu und Norton. Auch aus den Provinzen Simbabwes werden immer wieder neue Fälle gemeldet, doch sei die Spur dieser Ausbrüche bislang immer nach Harare, der Hauptstadt des Landes, zurück zu verfolgen gewesen.

Die Problematik in den betroffenen Städten stellt vor allem die schlechte Wasserversorgung dar. Cholera wird durch verunreinigtes Trinkwasser ausgelöst und viele Brunnen sind sehr seicht und nicht geschützt. Hinzu kommt, dass es häufig keine Trennung vom Trinkwasser- und Abwassersystem gibt und Fäkalien auf diesem Weg nur zu leicht in das Wasser geraten.

Die Situation hat sich des Weiteren durch das schlechte Gesundheitssystem zugespitzt. Es herrscht ein extremer Mangel an Ärzten und hinzukommt, dass sich viele der Ärzte und Krankenschwestern momentan in einem Streik befinden. Auch der Mangel an Arzneimitteln und Lebensmitteln führen zu denkbar schlechten Umständen unter der Bevölkerung Simbabwes.

Daher rief der Gesundheitsminister Dr. Parirenyatwa Anfang Dezember 2008 die Cholera als eine nationale Katastrophe aus und appellierte an die UNO und die Völkergemeinschaft, zu helfen.


Leben bewahren

Die Föderation HUMANA People to People und DAPP Zimbabwe haben sich gemeinsam mit anderen Organisationen der Regierung in Simbabwe angeschlossen, um die Choleraepedemie zu bekämpfen.
Durch eine enge Kooperation mit UNICEF bekommen wir einige der Versorgungsgüter.
Des Weiteren bestimmten HUMANA People to People und DAPP Zimbabwe einen gemeinsamen Ausschuss, um den Kampf gegen Cholera mit einer Kampagne anzutreten.
Dieser Ausschuss umfasst 6 Mitglieder, die für die gesamte Durchführung der Kampagne und die Logistik zuständig sind.
Der Ausschuss arbeitet mit 3 Teams von insgesamt 20 Mitgliedern zusammen. Diese 20 Menschen geben Informationen über die Krankheit Cholera sowie ihre Prävention durch eine Tür-zu-Tür-Kampagne an die Menschen in Harare, Bindura und Mazowe weiter.
Das System dieser Informationsweiterleitung ist bereits durch das TCE-Programm (Total Control of the Epidemic), wobei es um die Prävention von HIV/AIDS geht, etabliert und erfolgreich. Jetzt wird es den aktuellen Umständen des Landes angepasst und an die Choleraepidemie adaptiert. Durch das direkte Ansprechen der Menschen in ihrem häuslichen Umfeld können Informationen sicher und schnell weitergegeben und Fragen direkt gestellt werden.

Die TCE-Mitarbeiter, die die Kampagne unterstützen, können bereits auf ein sehr gutes Kartensystem mit allen im Umkreis liegenden Haushalten zurückgreifen und daher kann schnell gehandelt werden.


Erste Erfolge

Die Reaktion der vielen verschiedenen Organisationen in Simbabwe war sehr gut und jeden Tag können neue Leben gerettet werden.
Jede Woche gibt es Zusammentreffen der Organisationen mit dem Gesundheitsministerium Simbabwes, um die noch bevorstehende Arbeit zu koordinieren und um die Lage durch die Berichte aus den verschiedenen Gebieten neu einschätzen zu können.
Erst kürzlich rief UNICEF zu einem ähnlichen Treffen zusammen und Vertreter der Föderation HUMANA People to People sowie DAPP Zimbabwes nahmen teil, um sich mit den anderen Organisationen absprechen und koordinieren zu können.

HUMANA People to People und DAPP Zimbabwe haben sich dazu entschieden, ihren Fokus weiterhin auf Hygiene-Kampagnen zu legen, um die weitere Ausbreitung von Cholera zu verhindern. Dazu gehört die Verteilung von nicht essbaren Gütern wie Wasseraufbereitungstabletten und Seife. Aber natürlich reagieren sie auch auf Notfälle wie in der Provinz Mashonaland, wo sie die Versorgung mit medizinischen Vorräten gewährleisten konnten.


Bisherige Ergebnisse der Kampagne:

  • Mehr als 10.000 Menschen wurden durch die Anti-Cholera-Kampagne erreicht
  • Mehr als 10.000 Anti-Cholera-Pamphlete sind in den Gebieten verteilt worden
  • 1.000 20-Liter-Kanister und 30.000 Wasseraufbereitungstabletten wurden an 1.400 Haushalte in Mabvuku/Tafara verteilt
  • 1.400 20-Liter-Kanister und 42.000 Wasseraufbereitungstabletten wurden an 1.400 Haushalte in Bindura verteilt
  • Die „Cholerazeltlager“ in Guruve wurden durch Behandlungsausrüstung, Hygienematerialien, sowie Lebensmitteln für die Kranken und das Personal unterstützt
  • 8 Autos wurden nur für die Kampagne bereitgestellt
  • Mehr als 50 Freiwillige haben Menschen auf Straßen sowie durch die Tür-zu-Tür Kampagne über Cholera aufgeklärt
  • Die erste Reinigungskampagne wurde in der Glen-Norah Klinik durchgeführt
  • In Übereinstimmung mit der Regierungspolitik hat HUMANA People to People sich mit einer Brigade von kubanischen Ärzten zusammengetan, um den Menschen in Simbabwe auch in jenen Gebieten ärztliche Unterstützung zukommen lassen zu können, wo es sie normalerweise nicht gibt


    Die nächsten Schritte

    Über Weihnachten und Neujahr wurden die Anti-Cholera Kampagnen weitergeführt, denn durch die anhaltende Regenzeit wird in den nächsten 3 Monaten nicht mit einer erheblichen Verbesserung der Zustände gerechnet.
    Durch die Tür-zu-Tür Kampagne konnte festgestellt werden, dass viele Menschen ahnungslos über den Hintergrund und die Präventionsmöglichkeiten der Krankheit sind. Deshalb ist es außerordentlich wichtig, dass HUMANA People to People gemeinsam mit DAPP Zimbabwe die Arbeit fortführt und die Menschen aufklärt und ausbildet, wie sie sich und ihre Kinder schützen können.
    Sie sind bereit, alles weitere zu tun, um die Menschen in Simbabwe vor der tödlichen Krankheit Cholera zu schützen und sie konnten in den letzten Wochen bereits viele Leben retten.
    Alle an der Kampagne Beteiligten wissen welche Arbeit noch vor ihnen liegt, was sie bedeutet und was sie erreichen kann.