HUMANA People to People Deutschland e.V.
Besuch aus Simbabwe

Im September 2016 hatten wir Besuch aus Simbabwe. Die Besucher waren Majecha Ruzvidzo, die Projektleiterin des DAPP Projekts HOPE Harare (gegen HIV/AIDS), und die 22-jährige Tinotenda, eine der ehrenamtlichen Aktivistinnen im HOPE Projekt. Sie hielten einen Vortrag im HUMANA Tagungshaus und besuchten das HUMANA Second Hand Kaufhaus am Frankfurter Tor.

Tinotenda betreibt einen Friseur- und Schönheitssalon. Dort spricht sie täglich mit vielen Menschen, auch über die Epidemie – dass es darauf ankommt, das Tabu zu durchbrechen, bereits infizierte Menschen nicht zu stigmatisieren, Ansteckung zu verhindern etc.

Sie ist das Gesicht der Kampagne in ihrer Gegend, d.h. ihr Foto ist auf Plakaten und Flyern abgebildet und sie spricht auf Versammlungen. Ein Einsatz, der sich lohnt: Ende der 90’er Jahre waren rund 25 Prozent der Menschen in Simbabwe im Alter von 15-49 Jahren mit dem HI-Virus infiziert, jetzt sind es „nur“ noch 15 Prozent.

Sie ist eine mutige junge Frau, klein und zierlich, aber so manchem Macho haushoch überlegen. Das ist gut, denn das Problem mit HIV/AIDS hat auch mit den Rechten der Frauen und Mädchen zu tun, mit dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Allen, die Tinotenda erlebt haben, bleibt sie in Erinnerung. Unter anderem erzählte sie von der Kampagne gegen Kinderheirat.

Zwei ihrer Freundinnen waren selbst von Kinderheirat betroffen:

Die eine war als Minderjährige von einem viel älteren Mann zur Heirat verlockt worden, mit dem Versprechen, dass sie jeden Tag Hühnerfleisch zu essen bekommen würde. Wegen der Armut hatte sie nie in ihrem Leben Hühnerfleisch gegessen und war von dem Geschmack begeistert. Als Tinotenda und die anderen Aktivistinnen davon hörten, war es zu spät, sie konnten ihr nicht mehr helfen.

Die andere war 13 Jahre und die älteste von mehreren Geschwistern, die als Waisen bei der Großmutter lebten. Aus Sorge, dass die Geschwister mit dem Tod der Großmutter unversorgt sein würden, war eine Heirat der 13-jährigen mit einem wohlhabenden älteren Mann vereinbart worden. Hier konnten die Aktivistinnen aber noch rechtzeitig eingreifen und eine vernünftige Lösung finden.

Inzwischen ist die Kinderheirat in Simbabwe für nicht verfassungskonform erklärt worden und mehrere Kampagnen haben sich dem Thema gewidmet.

Am Frankfurter Tor überreichte Simone Sinnig von der HUMANA Second Hand Kleidung GmbH einen symbolischen Scheck über 45.000 € an Mia Peterson von HUMANA People to People Deutschland e.V., die diesen weiterreichte an Majecha Ruzvidzo, als Vertreterin von DAPP Zimbabwe. Das Geld wird eingesetzt an „unserem“ Projekt für Kleinbauern im Distrikt Makoni, Provinz Manicaland, Simbabwe.

Fotos: oben Tinotenda vor der Friends-Forever-Galerie mit Steinskulturen aus Simbabwe, Bertold-Brecht-Platz 3 in Berlin; unten Überreichung des symbolischen Schecks vor dem HUMANA Kaufhaus am Frankfurter Tor, ebenfalls in Berlin.