HUMANA People to People Deutschland e.V.
November 2016: Zur Situation von Kleinbauern in Simbabwe

Infolge des Klimawandels machen sinkende Grundwasserspiegel und Brunnen, die trocken fallen, den Menschen in Simbabwe zu schaffen. Sie sind froh um jeden Brunnen, der im Zuge der unserer Projekte instandgesetzt oder neu gebaut wurde, um jede Pumpe, die läuft.

Unablässig zeigen die DAPP Außendienstmitarbeiter den Bauern, was sie selbst tun können. Auf der DAPP Homepage wurde am 1. Dezember eine recht bezeichnende Geschichte veröffentlicht:

Wasser für 7 Dollar nach 7 Jahren

7 Jahre lang sind die Bewohner des Dorfs Kagweda (56 Haushalte, Distrikt Mutasa, ward 14) täglich mehr als 2 km gelaufen, um sauberes Wasser zu holen, nachdem ihr Brunnen kaputt gegangen war. Sie waren davon ausgegangen, dass sie ihn nicht selbst reparieren konnten.

Erst nach einem Training fühlten sie sich ermutigt, die Sache in die Hand zu nehmen. Die Dorfbewohner legten Erspartes zusammen und das Projekt half mit dem Transport von Werkzeugen und Ersatzteilen und mit einem Helferteam aus der Region.

Es stellte sich heraus, dass nur ein Ersatzteil aus Leder ausgetauscht werden musste, das ganze 7 Dollar kostet. Nach 4 Stunden war der Brunnen wieder funktionstüchtig.

Im Nachgang haben die Bauern in zwei benachbarten Dörfer ebenfalls ihre Brunnen repariert.

Hintergrund

Anfang 2016 hat das Wetterphänomen El Nino in vielen Ländern große Schäden angerichtet. In Simbabwe waren 2,5 Millionen Menschen (ein Fünftel der Gesamtbevölkerung) von Unterernährung bedroht.

Das Famine Early Warnings Systems Network (FEWS NET) warnte bezüglich Nahrungsmittelsicherheit in Simbabwe im Juni für das zweite Halbjahr 2016 vor angespannter Lage (gelb) und Krise (orange) in weiten Teilen des Landes (siehe Karte).

Nach Rücksprache mit unserem Partner DAPP Zimbabwe haben wir daraufhin beschlossen, unsere Unterstützung des Projekts für Kleinbauern in Makoni um ein Jahr zu verlängern (die ursprüngliche Laufzeit erstreckte sich vom 1.1.2014 bis zum 31.12.2016).

Leider ist die Situation inzwischen nicht besser geworden. Hier die aktuelle Prognose von FEWS NET vom Oktober, die mit Update vom November bestätigt wurde. Zu gelb und orange ist nun auch rot hinzugekommen, womit Notstand (emergency) gekennzeichnet wird.



Die Maisernte in der Saison 2015/2016 belief sich auf nur 50 % der Durchschnittsmenge in den letzten 5 Jahren. Da die meisten Menschen ihren Lebensunterhalt mit kleinbäuerlicher Landwirtschaft verdienen, sehen sie sich an den Rand ihrer Existenz gedrängt.

FEWS NET sagt voraus, dass im Zeitraum Oktober bis Dezember 2016 3,4 Millionen Menschen in Simbabwe auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein werden; im Zeitraum Januar und Februar 2017 werden es 4,1 Millionen Menschen sein – 29 % der Gesamtbevölkerung.

Die meisten Betroffenen leben auf dem Land. Laut ZIMVAC Untersuchung vom Mai 2016 werden erschreckende 42 % der ländlichen Bevölkerung im ersten Quartal 2017 nicht genug zu essen haben.
Im Distrikt Buhera, der nicht weit von Makoni entfernt ist, werden laut FEWS NET 70 % der Bevölkerung nicht in der Lage sein, ihren Lebensmittelbedarf zu decken.
Vermutlich wird auch nicht genug Mais für Nahrungsmittelhilfe zur Verfügung stehen, da in den umliegenden Ländern ebenfalls Knappheit herrscht. Sambia hat eine Exportsperre verhängt.

Trotz der akuten Not darf das langfristige Ziel nicht aus den Augen verloren werden. Was zählt, ist Hilfe zur Selbsthilfe. Wir bleiben dran.