Feldbesuch: Farmers Clubs Makoni, Simbabwe

Simbabwe, 29. Juli 2017. Gestern waren wir draußen vor Ort, noch sind wir ganz und gar angefüllt mit den Eindrücken unseres Besuchs. Man kommt sich vor wie ein Außerirdischer, der für einen kurzen Moment eintaucht in den Alltag der Menschen auf einem zweiten Planeten Erde in einer fernen Galaxie.
Für uns sind es nur 32 Stunden Reise von Berlin, aber für die Menschen hier vor Ort ist die Entfernung unüberwindbar, sie sind wie festgenagelt im Kampf um die nächsten Möhren, die nächsten Kohlköpfe, die Wasserversorgung für ihre Gärten.
Bei alledem lieben sie ihre Heimat und die Gemeinschaft vor Ort und sind dankbar, dass das Projekt sie ermutigt hat, nicht nur Mais, sondern auch viele weitere Feldfrüchte anzubauen und dabei nachhaltige Methoden anzuwenden.

Seit viereinhalb Jahren unterstützen wir dieses Projekt, jetzt neigt sich die Projektlaufzeit ihrem Ende zu. Bei unserem Besuch vor Ort zeigten uns die Bäuerinnen, dass die Arbeit Früchte getragen hat und weiterhin tragen wird.
Das Projekt befindet sich in der Provinz Manicaland, im Distrikt Makoni. Es wendet sich an 1200 Kleinbauern in den Wards 7, 8 und 12 (Wards sind Verwaltungseinheiten ähnlich den Kommunen bei uns). Es handelt sich um 27 Clubs mit jeweils 40-50 Kleinbauern bzw. Kleinbäuerinnen.
Besucht haben wir zwei Standorte des Projekts in Ward 12, Tandi, nämlich den Mabvazuva Club (Gruppenfotos) und den Mari iri Muvhu Club. Wir haben jeweils die gemeinschaftlich angelegten Demo-Gärten besichtigt.


Es war kalt, als wir dort waren: wenn in Europa Sommer ist, ist in Afrika Winter, und Makoni liegt recht hoch, ist daher im Winter besonders kalt. Nachts war es unter 10 Grad, tags unter 20 Grad. Die meisten Häuser, und est recht die Hütten, haben keine Heizung. Für die Fotos wurden die T-Shirts zum Vorschein gebracht, danach wurde schnell wieder in Pullis und Jacken geschlüpft.


Verantwortlich für 5 Clubs, unter anderem den Mabvazuva Club: Productive unit leader Rangarirai Mhlanga. Jeder Club trifft sich einmal die Woche. Er hält dann Vorträge und macht Anregungen, hilft bei der Planung und der Erfassung der Ernteerträge zwecks späterer Auswertung.


Make the Climate great again by planting trees! Eine der hervortretenden Bäuerinnen im Mabvazuva Club trägt das T-Shirt einer der Kampagnen des Projekts.


Ein weiterer der 5 hervortretenden Bauern (Step-up-Farmers) des Mabvazuva Clubs. Er leitet eine Gruppe von 10 der 50 Kleinbauern des Clubs.


Auch der Village Chief brachte seine Dankbarkeit für das Projekt zum Ausdruck. Er bat uns, den Menschen in Europa auszurichten, dass Simbabwe ein friedliches Land ist. "Es gibt hier nur den Krieg gegen den Hunger!"


Eine mitreißende Persönlichkeit: die Vorsteherin des Mabvazuva Clubs. Sie lacht lauthals, unterstreicht ihre Botschaft mit weit ausladenden Gesten, verlangt Antwort von ihren Zuhörern. Gerade hat sie stolz ihr Kampagnen-T-Shirt vorgeführt, schon knöpft sie wegen der Kälte ihre Strickjacke wieder zu.


Ein genauer Blick auf die Erbsen: Projektleiter Douglas Gondo (rechts) mit dem Vorsteher des Mari iri Muvhu Clubs.