Zur Aktionswoche "Bildung für Alle" 2010
über die Kampagne und über HUMANA Projekte im Bildungsbereich

Eine der erfolgreichsten UNESCO Kampagnen der letzten Jahre

Die Global Action Week “Education for All” (EFA), die vom 19.-24. April stattfindet, ist eine weltweite jährliche Kampagne und wird von der Global Campaign for Education (GCE) organisiert, um das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Bildung für Alle zu erhöhen. Das GCE umfasst ein breites Spektrum von NGOs und Lehrergewerkschaften.
Die UNESCO unterstützt die Kampagne durch die Organisation von Aktivitäten, die Mobilisierung der Netzwerke und die Förderung der Beteiligung von Bildungsministerien und allen EFA Partnern. Am 21. April findet im UNESCO Hauptsitz ein Seminar "Bildung Finanzieren: Kontexte, Herausforderungen und Zwänge” statt, mit der Beteiligung der wichtigsten Vertreter aus dem International Coordination Team “Education for All”, dem Inter-Agency Network for Education in Notfällen, der Organisation für wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung und anderen Experten.
Auf Ebene der Staaten sind die UNESCO Associated Schools (ASPnet) in allen Regionen der Welt eingeladen, an der Global Action Week 2010 teilzunehmen, insbesondere an der größten weltweiten Unterrichtstunde am 20. April mit dem Titel "1GOAL: Lesson for All", die das Highlight der 2010-Kampagne ist. Diese Lektion konzentriert sich auf die Bereitstellung von qualitativ hochwertiger öffentlicher Bildung als ein Menschenrecht, und markiert die aktuelle Herausforderung der Finanzierung von „Education for All“.
Trotz der Mobilisierung der Vereinten Nationen, besteht im Bildungssektor eine jährliche Finanzierungslücke von 16 Milliarden US$. Dies ergibt sich aus dem UNESCO Welt-Bildungsbericht 2010, der besagt, dass die Finanzkrise die Bemühungen der letzten Jahre zunichte machen könnte.

Der UNESCO Welt-Bildungsbericht 2010

Im April 2000 haben sich die 164 teilnehmenden Staaten auf dem World Education Forum in Dakar verpflichtet, Grundbildung für alle bis zum Jahr 2015 sicherzustellen. Diese Verpflichtung wurde nach wenigen Monaten mit der Unterzeichnung der Millenniums-Entwicklungsziele durch die 191 Mitglieder der Vereinten Nationen bekräftigt, wodurch die allgemeine Grundschulbildung zur Priorität für die internationale Gemeinschaft für die folgenden Jahre wurde. Seither wurden tatsächlich erhebliche Fortschritte erzielt. Die Schulbesuchsrate hat sich in vielen Entwicklungsländern verbessert und die weltweite Kluft zwischen Mädchen und Jungen hinsichtlich des Zugangs zur Bildung konnte weiter reduziert werden.
Aber wir sind noch weit entfernt von den Zielen, die im Jahr 2000 aufgestellt wurden. Noch heute besuchen mehr als 140 Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule und mindestens 750 Millionen Erwachsene können nicht lesen und schreiben, im Fall der Frauen sind es zwei Drittel davon.
Der UNESCO-Bericht 2010 kritisiert die Tatsache, dass in vielen Ländern die Regierungen im letzten Jahrzehnt das Problem der Erziehung vernachlässigt haben, hauptsächlich auf Kosten der ethnischen, politischen oder religiösen Minderheiten. Auch erfüllen die Geberländer ihre Zusagen nicht. Die Finanzierungslücke zur Erreichung des Ziels „Education for All“ beläuft sich auf jährlich über 16 Milliarden US $.
Außerdem warnt die UNESCO: die wirtschaftliche Krise, die auf internationaler Ebene wegen des Zusammenbruchs des Finanzsystems ausgebrochen ist, könnte ebenfalls die Bemühungen der letzten Jahre, allen den Zugang zu Bildung zu garantieren, gefährden. Die Rezession wirkt sich auf Sach- und Finanzmittel sowohl bei den Entwicklungsländern als auch in den Geberländern aus.
Aber Bildung ist nicht nur ein Ziel und ein Grundrecht, sondern ist in erster Linie ein Mittel, um die verschiedenen Formen der Armut, materiell und immateriell, zu bekämpfen. In der Tat gibt es zahlreiche Studien, die z. B. den Einfluss der Bildung der Mutter auf die Gesundheit ihrer Kinder und auf die Reduzierung der Geburtenrate und der Kindersterblichkeit zeigen. Ohne eine grundlegende qualitativ hochwertige Ausbildung gibt es keinen dauerhaften Fortschritt in Gesundheit, in der Gleichheit zwischen Männern und Frauen, im Zugang zur Beschäftigung, in der Ernährungssicherheit, in der Demokratisierung und in der Fähigkeit, neue Informationstechnologien zu nutzen.


Humana People to People Projekte im Bildungswesen

Die internationale Bewegung HUMANA Peope to People wurde von einer Gruppe von Lehrern gestartet und hat Bildung immer als Dreh- und Angelpunkt für die Entwicklung eines Landes betrachtet. Während der letzten 30 Jahre hat HUMANA in den Kooperationsländern viele Bilduingseinrichtungen eröffnet:

Grund- und Sekundarschulen

Die Schulen für Kinder begannen als ein Teil der Kinderhilfe in 1990, und zielten darauf ab, Straßenkindern in einigen der größeren Städte zu helfen. Sowohl in Angola als auch in Mosambik hatten die Kriege viele Kinder zu Flüchtlingen im eigenen Land gemacht. Es ging darum, Straßenkindern, die nicht mehr zur Schule gingen, eine gute Grundschulbildung zu ermöglichen. Heute betreiben HUMANA Mitgliedsorganisationen 16 Schulen für 10.000 Kinder - teils Straßenkinder, teils andere Kinder in Not. Dort werden Programme der Bildungsministerien implementiert, oft mit Eingreifen ergänzt, um die Schwierigkeiten von Schülern mit komplizierten familiären Situationen anzugehen. Im Rahmen des Hope Projektes und des Child Aid Programms wurden auch viele Vorschulen gebaut.

Berufschulen

Die Berufschulen bieten jungen Leuten die Möglichkeit, eine theoretische und praktische Ausbildung zu bekommen, die die Sekundarbildung mit der Berufsschulbildung vereint. Sie bieten den Schülern ein solides Fundament für eine weitere Ausbildung oder für das Berufsleben.
Landwirtschaft, Bauhandwerk, Handel & Büro, Mechanik, Elektrotechnik und Tourismus sind die Fächer, die man wählen kann. Es ist auch möglich, andere Fächer einzufügen, wie z.B. Soziale Arbeit (Sozialhelfer können in Gesundheitszentren und Krankenhäusern eingesetzt werden, oder können häuslicher Pflege zugewiesen werden; viele Leute können sich nicht in Krankenhäusern behandeln lassen).
Heute betreiben HUMANA Mitgliedsorganisationen 12 Berufschulen, die jährlich mehr als 1.600 Schüler ausbilden.

Kinderdörfer

Die Kinderdörfer bieten Erziehung und Berufsgrundbildung für Waisenkinder und ehemalige Straßenkinder. Während ihrer Zeit im Kinderdorf verwandeln sich die Kinder von scheuen, misshandelten und oft traumatisierten Individuen in fröhliche und fähige Menschen voll Potenzial. 3 Kinderdörfer sind in Betrieb in Mosambik, Sambia und Simbabwe, die jährlich 1.225 Kindern zugute kommen. Die Kinderdörfer erreichen außerdem 10.000 Kinder in den umliegenden Dörfern.

Ausbildung von Lehrern

Es besteht ein großer Lehrermangel in den ländlichen Gebieten in den meisten Entwicklungsländern. In den letzten 16 Jahren haben HUMANA Mitgliedsorganisationen hoch qualifizierte und engagierte Lehrer für Grundschulen in ländlichen Gebieten ausgebildet. In Zusammenarbeit mit den Regierungen von Angola, Indien, Malawi und Mosambik sind 24 Lehrerausbildungsstätten mit mehr als 2.200 Absolventen jährlich etabliert worden. Seit dem Start sind mehr als 7.900 Lehrer ausgebildet worden. Die Ausbildung dauert 2,5 Jahre (seit 2009 1 Jahr in Mosambik) und hat acht verschiedene Phasen: 1. Unsere Welt; 2. Unser Land; 3. Praktische Arbeit/ Ausbau der Ausbildungsstätte; 4. Schulpraxis und weitere Studien; 5. Spezialisierung und Vertiefung; 6. Pädagogische Workshops; 7. Examen und Abschluss. Während ihres Studiums werden die anstrebenden Lehrer dazu erzogen, ein Bindeglied für die Gemeinden zu werden. Dies ist möglich dank der außerschulischen Aktivitäten. Im Portugiesischen werden die Lehrerausbildungsstätten "Die Schulen für die Lehrer der Zukunft" genannt. Dieser Name drückt das Bestreben aus, Ausbildung von solcher Qualität zu geben, dass die Lehrer in der Lage sind, weiter zu lernen und auf die zukünftigen Herausforderungen reagieren zu können, selbst wenn wir nicht wissen, welcher Natur diese Herausforderungen sein werden.

One World University

Die 'One World University' (OWU) wurde 1998 mit der Idee der Ausbilder an den ADPP Schulen für die "Teachers of the Future" in Mosambik und Angola geschaffen. Im Januar 2001 wurde das Studium an der OWU von der Pädagogischen Universität in Maputo mit einem Bachelor-Abschluss anerkannt.
An der OWU gibt es zwei Kurse:
1. Die Ausbildung von Ausbildern für die Lehrerbildung, die im Jahr 1998 begonnen hat.
2. Der Studiengang "Fighting Shoulder to Shoulder with the Poor", der im Jahr 2008 begonnen hat. Er dauert 3 Jahre und die Studenten können das Studium mit einem Bachelor-Abschluss abschließen.

Ende 2008 hat die Ausbildung von Ausbildern für Grundschullehrer 190 Absolventen erreicht. Die Ausbildung von Fachkräften im Studiengang "Fighting with the Poor" war im Jahr 2008 ein Pilotprojekt mit 30 Teilnehmern.