Juli 2005: Bericht der Vorsitzenden über ihren Besuch bei ADPP Mosambik

Obgleich der Anlass meiner Reise ein anderer war, hatte ich doch Gelegenheit, mich im Landesbüro von ADPP Mosambik mit der Landeschefin Birgit Holm zu treffen. So konnten wir unseren vorher per email abgestimmten Vertrag bestätigen und uns insbesondere darüber austauschen, wie wir Partnerschaften von Format initieren können, um die Aktivitäten weiter auszuweiten.

ADPP Mosambik erhält bereits jetzt einen beträchtlichen Teil seiner Einnahmen von unterschiedlichen Partnern, die ganz gezielt jeweils ein bestimmtes Projekt oder eine bestimmte Massnahme an einem Projekt unterstützen - private Hilfsorganisationen, Partner im öffentlichen Sektor in Mosambik, in Europa, in Unterorganisationen der Vereinten Nationen und nicht zuletzt Partner im Privatsektor. Wir haben uns ausgetauscht über Prozedere und Prioritäten beim Erstellen von Konzepten und ich konnte die Personen kennenlernen, die im Landesbüro mit diesen Aufgaben betraut sind, also im Büro für "Partnership in Development" arbeiten.

Hier bin ich
in Mosambik:

links
mit
Birgit Holm

rechts
mit Cristina Marques



Das Landesbüro liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Projekt HOPE Maputo, eines der Projekte, das ich Ihnen, liebe Leser, besonders ans Herz legen will, besonders jetzt, nach meinem Besuch. Mit der Projektleiterin Cristina Marques hatte ich schon vorher guten Kontakt, da sie auch eine eifrige email-Nutzerin ist und in vorbildlicher Weise für Monatsberichte von ihrem Projekt sorgt, aber die ganze Umgebung und die im Projekt engagierten Menschen selbst vor Ort kennenzulernen, ist doch etwas ganz anderes.

HOPE Maputo unterhält zwei Zentren und zusätzlich 11 Satelliten, alles Anlaufstellen, damit die Menschen sich unverbindlich informieren können und sich - freiwilligen - Tests unterziehen können, um ihren HIV-Status zu erfahren. Eine sehr, sehr wichtige Arbeit, und keineswegs leicht für die Berater, die ja etlichen Menschen mitteilen müssen, dass sie HIV-positiv sind, wobei meist unklar ist, ob und wie diese dann Zugang zu Medizin und Behandlung bekommen können.
Hut ab vor diesem unermüdlichen täglichen Einsatz!

Im Gesundheitszentrum: Warten auf den Test; die Ausrüstung; HOPE Beraterin.

Insgesamt waren im Juni 507 Menschen getestet worden, 32 % waren HIV-positiv. Clubs für positives Leben werden gegründet, eine Art Selbsthilfegruppen, die dann auch betreut werden. In Boane stellt das Projekt ihnen ein Stück Land zur Verfügung, auf dem es auch Wasser gibt, so daß sie vitaminreichere Gemüse anbauen könnenen - für viele HIV-Positiven stellt sich vor der Frage nach Medizin, beinahe noch dringlicher, die Frage nach ausreichender, gesunder Nahrung.

Die Gruppe für positives Leben in Boane, mit dem Auslandsfreiwilligen Ramana.

Trotz der Kürze meines Aufenthalts konnte ich die HOPE Zentren in Machava und Boane, den "Club für Positives Leben" in Boane und die Satelliten im Gesundheitszentrum Eduardo Mondlane und im Gesundheitsposten Beluluane besuchen. Ausser den Mitarbeitern und Freiwilligen aus der Umgebung habe ich auch die fünf Auslandsfreiwilligen des Projekts getroffen, darunter zwei Deutsche, mit denen wir schon vorher Kontakt hatten: Sabine Zoufahl und Johanna Schumann.

Sabine Zoufahl zeigt die Aloe-Vera-Pflanzen im Garten des Projekts; HOPE Beraterin.

Wichtig war mir auch, den zweiten Projektleiter, Sebastiao Francisco Mangue, kennen zu lernen, der sich darauf vorbereitet, die Projektleitung zu übernehmen (nächstes Bild).