Sept. 2005: Anne Lene schreibt aus Sambia

Anne Lene ist Development Instructor bei HOPE Samfya, einem Projekt gegen HIV/AIDS in der nördlichen Provinz. Ab 1.10.2004 hat sie sich 6 Monate lang auf diese Arbeit vorbereitet, jetzt neigt sich Ihr Einsatz am Projekt dem Ende zu.

Liebe Leute,

Ich hoffe es geht Euch allen gut und Ihr geniesst den Sommer!
Ich habe mit den Clubs für (HIV-) positives Leben, den Jugendvereinen und an meinem Pilotprojekt `Persönliches Tagebuch` gearbeitet.
In den Clubs für positives Leben gebe ich zweimal die Woche Unterricht und unterstütze die anderen Gruppenleiter, wann immer sie meine Hilfe benötigen.

Unsere letzte Aktion im Club für Positives Leben beinhaltete Gesundheit und Hygiene. Ich kam mit einer Checkliste an, in der Dinge standen wie Latrine, Abfallgruben und -garten. Wir fuhren zu jedem Teilnehmer, um die Lebensbedingungen und die Umgebung zu sehen und alles, was verbessert werden muß. Wir verbrachten zwei ganze Tage damit, zu jedem hin zu kommen - es ging um 240 Menschen in neun Dörfern.

Mit den Jugendvereinen ist es ein bißchen anders - wir haben viele Vereine in den Dorfgemeinschaften, die gut funktionieren und ich besuche sie, wenn sie mich einladen, um Kurse über ein bestimmtes Thema zu geben. Es gibt einen Verein, der ein bißchen schwach ist und viel Untestützung braucht. Ich besuche sie wöchentlich und helfe ihnen, die Einkommenssituation ihrer Mitglieder zu verbessern, die Gruppe zu koordinieren, Kurse und Präsentationen zu geben. Ich kann auch das Material gut gebrauchen, das ich in Dänemark vorbereitet hatte.

Ich habe ausserdem noch ein neues Projekt, das ich vor vier Wochen als Pilotprojekt eingeführt habe. Ich fühlte mich von Henning Mankell inspiriert, der in seinem Buch über ein ähnliches Projekt in Uganda schrieb (HIV positive Menschen stellten ein Buch zusammen, in dem sie Einzelheiten über sich, wie Lieblingsfarbe, Familiengeschichte und alle Arten von wichtigen Informationen zusammengefasst haben, die sie an ihre Kinder und andere Familienmitglieder weitergeben wollten).

Als ich nach Samfya kam, sprach ich mit den HIV positiven Menschen und fragte sie, ob ihre Familien und Freunde sie akzeptieren und ihnen Unterstützung geben. Ich erinnerte mich an das Tagebuch-Projekt und zeigte das Konzept meinem Projektleiter. In einer Personalsitzung entschieden wir, uns eine Gruppe von positiv lebenden Menschen zusammenzuführen, die bereit sind ihren HIV-Status mitzuteilen und offen über ihr Leben mit dem HIV-Virus zu reden. Da ich bereits Kontakt mit positiv lebenden Menschen hatte, fragte ich nach einigen Freiwilligen für dieses Projekt und die Rückmeldungen waren überwältigend.

Ich habe im Augenblick 22 Teilnehmer, aber das nimmt zu. Wir treffen uns zweimal die Woche und beginnen indem wir ein Thema vorstellen, z.B. `Wie erkenne ich meinen HIV-Status an` und danach haben wir eine kleine Gruppendiskussion, um Erfahrungen und Ideen auszutauschen. Dann schreibt jede Person auf, was sie über das Thema denkt und fühlt. Die Kursstunden sind hauptsächlich in Englisch, Schreiben können sie aber in ihrer Muttersprache, in `Bemba`. Es gibt viele von DAPP, die sich für dieses Projekt interessieren und ich bin sehr stolz darüber.

Anne-Katrin (meine Teamkollegin) und ich arbeiten auch sehr oft am Computer: wir helfen dem Projektleiter, Sitzungen zu organisieren, Berichte zu erstellen und einzuordnen.

Viele Grüße, Anne Lene.