Sambia: das DAPP Kinderdorf in Malambanyama
Ein Projekt, das Straßenkindern ein neues Zuhause gibt.

Seit vielen Jahren unterstützen wir dieses Projekt. Zeit für einen längeren, aktuellen Bericht.



Children’s Town wurde 1990 gegründet. Seither hat das Projekt mehr als 2.500 ehemalige Straßenkinder aufgenommen und ihnen eine neue Perspektive gegeben. Die Kinder sehnen sich nach einem besseren Leben, wo sie z.B. nicht täglich um ihr Überleben kämpfen müssen. Sie haben oft im Verborgenen und in Anonymität gelebt und blühen auf, wenn sie nach Children’s Town kommen.

Das Projekt kümmert sich um ehemalige Straßenkinder und Kinder aus schwierigen Lebensumständen. Sie bekommen in Children’s Town ein neues Zuhause und gehen zur projekteigenen Schule. Auch wenn die Kinder es bis dahin schwer hatten, so haben sie doch viel Potential und können es im Leben weit bringen. In Children's Town wird für das Wohlergehen der Kinder gesorgt. Neben dem Unterrichtsstoff lernen sie nützliche Fähigkeiten, um ihre Lebenssituation selbst weiter zu verbessern.

2019 gingen 478 Kinder in Children’s Town zur Schule. 82 davon sind frühere Straßenkinder und wohnen auf dem Schulgelände, der Rest der Kinder kommt jeden Tag aus den umliegenden Dörfern zur Schule.


Die Schule in Children’s Town

Die Schule reicht von der Vorschule bis zur 9. Klasse.
In der Vorschule wird die Unterrichtsmethode “Preschool of the Future” genutzt, bei der die Schüler einerseits durch ihren Verstand und ihre Vorstellungskraft lernen und sich andererseits mit Bewegung Neues aneignen.
Die Schüler der 1. Klasse werden von zwei Lehrern gleichzeitig betreut.
Von der 7. bis 9. Klasse heißt das Unterrichtssystem: “Practical and Theoretical Basic Education“. Hier stehen die Schüler vor der Entscheidung: “Was möchte ich einmal werden?” In einem Unternehmen arbeiten, noch bis zur 12. Klasse in die Schule gehen oder selber ein Unternehmen aufbauen? Entsprechend spezialisieren sie sich. Die Schüler machen unter anderem Exkursionen zu Betrieben in unterschiedlichen, wichtigen Branchen, um mehr darüber zu erfahren, wie ihre Karriere aussehen könnte.


Das Unterrichtssystem

Das “Practical Theoretical Education (PTE) Programme” vermittelt die Vorstellung einer drei Jahre langen Expedition mit dem Versuch, den höchsten Berg der Welt zu erklimmen. Das Lernprogramm hilft den Schülern zu sich und ihren Menschenrechten zu stehen und ihr ganzes Potential zu nutzen. Sie lernen, ihren Selbstwert nicht von ihrem Job oder ihrem Einkommen abhängig zu machen, sondern sich durch ihre eigene Werte und Fähigkeiten zu definieren. Die Schüler lernen, ihr eigenes Leben zu führen, zu arbeiten, sich ihre Zeit einzuteilen und gemeinsam mit anderen im Team etwas verändern zu können.

Die Schüler erwerben Kenntnisse in Lebensmittelanbau, Gastronomie oder Handel. Praktisch angewendet werden diese dann in den Dörfern der Umgebung und an der Schule.

Die Schüler können an sich selber feststellen, dass sie immer weiter zum nächsten Level hinarbeiten, dabei Fortschritte machen und erfahrener und geschickter werden. Es ist so konzipiert, dass die Schüler nach und nach durch eine weitere “Wanderung” das nächste “Plateau” erreichen. Die Plateaus stellen eine Möglichkeit dar, auf den Lernprozess zurückzublicken. Hier wird noch einmal wiederholt, was gelernt und geleistet wurde, um das Gelernte zu verankern. Dabei werden zum Beispiel Tests geschrieben, aber auch Ausstellungen von Werken der Schüler gemacht oder die Schüler schreiben Berichte über das Erlebte, die dann zu einem Buch gebunden werden.


Der Umgang mit der Straßenkinderproblematik

Seit dem Beginn des Projekts hat die Schule mehr als 2.500 frühere Straßenkinder unterstützt. Diese kamen oft aus den größten Städten Sambias und den umliegenden Gebieten. Heute sind viele von ihnen Landwirte, Unternehmer, Manager und Akademiker.

Die Kinder, die in Children’s Town aufgenommen werden, werden mit Hilfe des Ministerium für Kommunalentwicklung und anderen sozialen Dienstleistern in den großen Städten Sambias ausfindig gemacht. Wenn die Kinder nach Children’s Town kommen, werden sie zunächst psychologisch betreut, um die traumatischen Erlebnisse, die auf der Straße gehabt haben aufzuarbeiten und ihr Selbstwertbewusstsein wiederzuerlangen. Die Kinder werden dann in “Familiengruppen” aufgeteilt, in denen sie sich als Geschwister sehen. Sie helfen bei den täglichen Aufgaben an der Schule und gestalten den Alltag an der Schule mit.

Sobald die Schüler die 9. Klasse beendet haben, helfen die Mitarbeiter der Schule ihnen dabei, wieder in Familien leben zu können. Zu diesem Zeitpunkt sind die ehemaligen Straßenkinder zu jungen Erwachsenen herangewachsen und sind nun bereit, ihren weiteren Lebensweg anzutreten. Sie können entweder bis zur 12. Klasse weiter zur Schule gehen, ein Unternehmen aufbauen oder eine Anstellung finden, je nachdem wie sie sich in ihren letzten Schuljahren spezialisiert haben. Viele der Schüler können Jahre später inspirierende Geschichten davon erzählen, wie sich ihr Leben verändert hat.


Stanley Mpubula erzählt

„DAPP hat mir immer mit allen meinen nötigen Schulangelegenheiten bis hin zur 12.Klasse geholfen. Im Jahre 2004 habe ich dann meinen Abschluss gemacht und 2006 wurde ich am Kitwe Teachers College angenommen. Dort studierte ich Lehramt und machte 2008 dort meinen Abschluss, mit besonderer Auszeichnung. Im Jahre 2010 wurde ich von der Regierung als Lehrer in der Northrise Primary School in Ndola angestellt. Ich wollte aber gerne nach Children’s Town zurückkehren und beantragte einen Wechsel. 2012 wurde der Wechsel bewilligt und ich wurde Lehrer in Children’s Town. DAPP Children’s Town gab mir die Möglichkeit mein Leben zu verbessern. Jetzt bin ich ein Vorbild für die Kinder dort und möchte ihnen Hoffnung auf ein besseres Leben geben. Ich möchte diese Welt zu einem besseren Ort machen.“

Quelle: www.dappzambia.org