Malawi: Geschichten aus dem Leben - Teil 2

Aufgeschrieben und veröffentlicht wurden diese 'Geschichten aus dem Leben', wie wir sie hier genannt haben, von unserem Partner DAPP Malawi. (DAPP steht für Development Aid from People to People. DAPP Malawi ist Mitglied der Föderation HUMANA People to People).


PROJEKT GEGEN TUBERKULOSE IM BERGBAU

Lydia Chilobwe

Lydia Chilobwe wohnt in Malawi, und zwar im Dorf Chinani, das zum Bereich 'Village Headman Chinani' im Gebiet 'Traditional Authority Chiwalo' im Distrikt Phalombe gehört. Der Distrikt liegt in der Südlichen Region Malawis.
Lydia ist 37 Jahre alt und hat zwei Kinder. Im Juni 2014 wurde erstmals Tuberkulose (TB) bei ihr diagnostiert. Dies geschah im Krankenhaus Holy Family im Distrikt Phalombe. Es wurde eine Behandlung begonnen, diese wurde jedoch verkürzt, da es keine Medikamente im Nabzombo Gesundheitszentrum gab, wo sie die Medikamente abholen sollte. Aufgrund finanzieller Engpässe konnte sie weder selbst die Medikamente für sich beschaffen, noch in die nächsten Gesundheitseinrichtungen reisen.
Drei Jahre lang lebte Lydia weiter mit Tuberkulose-Symptomen wie Schwitzen in der Nacht und progressivem Husten. Sie konnte beim Schlafen nur auf einer Seite liegen und musste stets die gleiche Haltung beibehalten. Lydias Mutter bestand darauf, dass sie das Krankenhaus aufsuchte, um medizinische Hilfe zu bekommen, da sich ihr Zustand mit jedem Tag verschlechterte. Aber Lydia weigerte sich, ins Krankenhaus zu gehen. Erst Anfang Juni 2017 traf sie Nixen, einen Mitarbeiter (Peer Educator) von DAPP im Programm TIMS (TB in the Mining Sector / TB im Bergbau), der im selben Dorf wie sie lebte. Sie erklärte Nixen ihren Zustand. Nixon informierte Lydia über die TIMS-Außendienstmitarbeiter, die die Leute dafür sensibilisieren, sich untersuchen zu lassen.
Lydia erzählt: „Ich bat Nixon, DAPP über meine Situation zu informieren und man besuchte mich am nächsten Tag. Sie gaben mir Flaschen, um Sputum zu sammeln, das ich am nächsten Tag zum Nambazo Gesundheitszentrum brachte. Die Labortests dort ergaben, dass ich keine Tuberkulose hatte. Die Mitarbeiter von DAPP bestanden aber darauf, dass ich zum Röntgen in das Phalombe Distrikts-Krankenhaus gehen sollte. Dort wurde Tuberkulose diagnostiziert, aber leider hatte das Krankenhaus keine Tuberkulose-Medikamente. Ich wurde zum Holy Family Missions Hospital verwiesen, wo ich sieben Flaschen Tuberkulose-Medikamente und Injektionen für 60 Tage erhielt. Seit ich die Medikamente eingenommen habe, hat sich meine Gesundheit verbessert und ich habe meine Behandlung im Januar 2018 abgeschlossen.
Während der Behandlung arbeiten die Außendienstmitarbeiter von DAPP für Tuberkulose im Bergbausektor mit den Tuberkulosepatienten und ihren Helfern zusammen. Um die Patienten zu unterstützen, wird für jeden Patienten ein 'Trio' gebildet, das ist eine Gruppe von drei Personen, die aus dem Patienten und zwei Helfern besteht. Mitglieder des Trios sorgen dafür, dass der Patient die Medikamente kontinuierlich einnimmt, an einem sauberen Ort lebt, saubere Utensilien verwendet, nahrhafte Mahlzeiten isst und sichere Präventivmaßnahmen für den Rest der Familie durchführt. (Die Unterstützung bei der kontinuierlichen Einnahme der Medikamente ist wichtig, da es bei diesen Medikamenten zu unangenehmen Nebenwirkungen kommt, was ohne Unterstützung häufig zu Behandlungsabbrüchen führt. Dies wiederum schadet nicht nur dem einzelnen Patienten, sondern fördert auch die Ausbreitung multiresistenter Erreger – Anmerkung der Übersetzung.)
Das Trio vermittelt auch, wie man Mahlzeiten zubereitet, die alle sechs Nahrungsmittelgruppen enthalten. Es werden Kochvorführungen durchgeführt, die von den gleichen Außendienstmitarbeitern organisiert werden. Darüber hinaus verpflichtet sich das Trio, einen Gemüsegarten im Haushalt einzurichten und es wird über die Bedeutung der beobachteten Therapie für die Patienten auf TB-Behandlung unterrichtet.
Lydias Trio-Mitglieder, Emily Gilevulo und Chrissy James, unterstützten die Patientin, seit bei ihr TB diagnostiziert wurde. Während ihres frühen Behandlungsstadiums zogen die beiden Frauen in das Haus der Patientin, um eine rechtzeitige Hilfe und Unterstützung zu gewährleisten. In dieser Zeit schlief die Patientin allein in einem separaten Raum, abseits der restlichen Haushaltsmitglieder, um die Übertragung der Krankheit durch die Luft zu vermeiden. Lydia benutzte ihre eigenen Utensilien, die nach Gebrauch mit kochendem Wasser gereinigt wurden. Kinder unter fünf Jahren aus dem Haushalt erhielten eine Isoniazid-Prophylaxe, die sie vor einer TB-Infektion schützt. Lydia ist jetzt wieder fit und in der Lage, selbst längere Strecken zu gehen.